Die Zukunftsidee

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Der Bahnhof in Grevesmühlen weist einen erheblichen Investitionsstau auf. Mit Ausnahme einzelner Maßnahmen auf den Bahnsteigen zur Verbesserung des Bahnbetriebes sind seit nunmehr über 20 Jahren keine wesentlichen Investitionen in dieses Areal geflossen. Die Stadt sieht hierfür im wesentlichen die jeweiligen Eigentümer in der Pflicht. Das sind neben der Deutschen Bahn AG mit den unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen auch die Eisenbahnvermögen und nicht die Stadt selbst. Dieser Pflicht nachgekommen sind diese Institutionen in der Vergangenheit nur wenig.

 

Dabei hat der Bahnhof in mehrfacher Hinsicht Bedeutung. 700 Fahrgäste steigen täglich ein und aus. Der Bahnhof dient neben der Anbindung der Stadt Grevesmühlen auch und stetig zunehmend als Anbindungspunkt der Deutschen Bahn AG für anreisenden Touristen der Westmecklenburgischen Ostseeregion. Denkmalgeschützt sind zudem das Bahnhofshauptgebäude und Teile der Bahnanlagen als bedeutsame Zeugnisse der Bahnarchitektur des 19. Jahrhunderts. Nicht zu verachten sind natürlich auch die erheblichen Werte der Baulichkeiten und der zugehörigen Grundstücke, die aber aufgrund der nicht vorhandenen Vermarktungsfähigkeit und Überalterung nicht zu erzielen sind, aber einem stetigem Werteverzehr unterliegen.

 

Für die Stadt kommt dem Areal städtebaulich und infrastrukturell eine besondere Rolle zu. Es bildet einen wesentlichen Eingangsbereich für Gäste der Stadt, einen der meist frequentierten öffentlichen Bereiche und städtebaulich das Zentrum der angrenzenden Bahnhofsvorstadt und der Südstadt. Derzeitig ist das aber nicht zufriedenstellend und die Funktionalität zu gering. Die Stadt hat daher auch die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes als Schlüsselprojekt ausgewiesen und nicht zuletzt mit Beschluss des Integrierten  Stadtentwicklungskonzepts 2008 das aktive Bemühen um eine Verbesserung der Situation beschlossen.

 

Die Zielsetzung

Die Ziele sind wie folgt grob umrissen …

  • die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes nach historischem Vorbild (Projekt 1)
  • der Erhalt und Ausbau des Bahnhofshauptgebäudes (Projekt 2) zu einem
    lebendigen Gebäude mit einladendem Charakter 
  •  Ausbau der Jahnstraße zu einer Innerortsstraße zur Anbindung des angrenzen-
    den Gewerbegebietes (Projekt 3)
  • Schaffung eines zentralen Pendlerparkplatzes (Projekt 4)
  • Schaffen eines „Quartiers am Bahnhof“ für Wohn- und/oder gewerbliche
    Ansiedlungen (Projekt 5) durch Neuordnung des Quartiers
  • Neugestaltung des Parks am Bahnhof als öffentliche Grünfläche (Projekt 6)

 

Konkretisierungen sollen die im ersten Schritt beabsichtigten Untersuchungen hinsichtlich der Umsetzbarkeit erbringen. Aus den Einzelprojekten ergibt sich ein Planungsbereich, wie er im Mittelteil der Projektskizze aufgeführt ist. Das Planungsgebiet ist im Westen durch die Rehnaer Straße, im Norden durch die R.-Breitscheid-Straße, dann Gebhardt-Straße  und Einfahrt Gebhardtweg, und südlich der Bahntrasse durch die Jahnstraße begrenzt. Die Einbeziehung der Bahntrasse selbst erfolgt im wesentlichen ohne stadteigene Zielstellungen, da hier auch von einer weiteren Widmung für den Bahnverkehr ausgegan-
gen werden kann. Zur Wahrung eines gesamtheitlichen Ansatzes und um Fragen der Ab-grenzung im Planungsprozess besser koordinieren zu können, sind die entsprechenden Flächen im Planungsbereich enthalten. Die Verbesserung des Bahnsteiges ist somit zwar auch eine wesentliche Zielstellung, die die Stadt verfolgt, aber im weiteren nicht als Einzelprojekt aufgeführt wird.  

 

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Der Planbereich

Die Fläche des Areals beträgt insgesamt ca. 12 ha und betrifft Flächen der Bahn, die nicht betriebsbedingt genutzt werden, Grundstücke der Eisenbahnvermögen sowie der Stadt Grevesmühlen und von Dritten. Der Planbereich beinhaltet folgende derzeitige Einrichtungen und Nutzungen :

 

  • Bahnhofsgelände, betriebsbedingte Einrichtungen (Bahnsteige, Gleise,
    Unterführung usw.)
  • Bahnhofsvorplatz (genutzt als unbewirtschafteter, öffentlicher Parkplatz)
  •  Park am Bahnhof (öffentliche Grünfläche, öffentliches WC)
  • Güterbahnhof (diverse gewerbliche Bauten, tw. Wohnnutzung)
  • Baracken am Bahnhof (Gaststätte, Reisecenter)
  • Gewerbeobjekte und Wohnobjekte
  • Brachflächen südlich der Bahn inkl. historischem Wasserturm
  • Obdachlosenunterkunft der Stadt
  • Öffentliche Erschließungswege
  • Zentraler Busbahnhof (ZOB)
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Mit Ausnahme des ZOBs besteht für nahezu alle Einrichtungen z.T. erheblicher Investitionsbedarf, um allein die vorgesehene bzw. jetzige Nutzung aufrecht erhalten zu können. Diese Nutzungen sind dabei i.d.R. aber nicht rentabel, so dass auch aus wirtschaftlicher Sicht bei den Beteiligten Handlungsdruck besteht, den es für die gemeinsame Umsetzung der städtebaulichen Zielstellungen zu nutzen gilt. 
Insbesondere in Hinsicht auf ein später vermarktungsfähiges Quartier ist die Ausweitung in östlicher Richtung gewählt.

Die Finanzierung

Die vorgesehenen Maßnahmen werden auch bei allem Bestreben, durch sinnvolle Neuordnungen Grundstücke im Nachgang zu vermarkten, unrentierlich bleiben. Dies ist u.a. dem hohen Denkmalwert des Bahnhofshauptgebäudes, den abzureißenden Baulichkeiten des Güterbahnhofs und auch der erforderlichen Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes geschuldet. Nicht zuletzt liegt es aber auch an den marktüblich zu erzielenden Grundstückserlösen und nicht zuletzt womöglich langwierigen Prozessen bis  zur Marktreife.

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Erhofft wird daher eine stetige und ausreichende Unterstützung des ehrgeizigen Projekts aus Mitteln des Landes sowie der Bahn und Dritte, soweit diese projektbezogen von der Umsetzung des Programms profitieren. Das BauGB sieht für die Durchführung derartiger Aufgabenstellungen diverse Planungsinstrumente vor. Insbesondere sollte frühzeitig geprüft werden, inwieweit ein Umlegungsverfahren und/oder städtebauliches Sanierungsverfahren sinnvoll und anwendbar sind.

Die beigefügte Kosten- und Finanzierungsübersicht spiegelt den Ansatz einer Umsetzung im Rahmen einer städtebaulichen Gesamtmaßnahme wieder. Die Finanzierung der einzelnen Teilprojekte ist anhand von ebenfalls beigefügten Projektblättern eingehender beschrieben. Mit dieser Unterlage soll mit Vertretern der Bahn, der Eisenbahnvermögen sowie des Landes als potenziellem Fördermittelgeber und nicht zuletzt den Stadtvertretern der Stadt die Einleitung des Verfahrens, die Koordinierung sowie die Finanzierung dessen diskutiert werden.

Bei grundsätzlicher Bereitschaft der Beteiligten zum Vorgehen soll im Anschluss die Machbarkeitsstudie, entwickelt als Kombination aus einer städtebaulichen Konzeption und Wirtschaftlichkeitsberechnungen Grundlage für das weitere Handeln bieten.
Das wirtschaftliche Ergebnis für die Deutsche Bahn ist die Schaffung vermarktungsfähiger Grundstücke und zeitnahe Veräußerung, entweder an die Stadt als Projektträger oder besser, direkt an die späteren Nutzer der betreffenden Flächen. Für die Eisenbahnvermögen bietet sich mit kurzfristiger Perspektive ein Erlös aus Grundstücksveräußerungen, der andernfalls nicht in Aussicht steht. Für die beteiligten privaten Eigentümer ergibt sich ebenfalls diese Vermarktungsfähigkeit bzw. Verbesserung der eigenen Arbeits- und Wohnverhältnisse.
Darüber hinaus profitiert insbesondere die Bahn AG bei kooperativer Entwicklungsarbeit von der Verbesserung der städtebaulichen Situation und nicht zuletzt in Bezug auf ihr Image. Das Projekt ist als Aushängeschild für zukünftige gemeinschaftliche Projekte mit Kommunen geeignet und besetzt das für die Bahn so bedeutsame Themenfeld des Umganges mit nicht mehr betriebsnotwendigen Flächennutzungen im ländlichen Raum. Das Angebot der Stadt Grevesmühlen, dieses Konzept mit 12.500 € aus stadteigenen  Mitteln in 2010 zu tragen, steht und kann nur mit Beteiligung in gleicher Höhe durch die Deutsche Bahn, der Eisenbahnvermögen oder ggf. Dritte erarbeitet werden.