Der Bahnhof

Enstanden ist der Bahnhof im Zusammenhang mit dem 1865 erflolgten Trassenbau der Bahnstrecke Lübeck-Kleinen. Eigentlich sollte Grevesmühlen statt Kleinen zum Kreuzungspunkt der Ost-West und Nord-Süd Verbindungen der Friedrich- Franz-Eisenbahn ausgebaut werden. Daraus wurde jedoch nichts, da die Stadt sich nicht entschließen konnte den dafür notwendigen Grund und Boden abzugeben. Grevesmühlen blieb somit ein kleinstädtischer Bahnhof.

 

Ursprünglich fiel auch der Bau des Empfangsgebäudes etwas kleiner aus. Erst 1903/04 erfolgten die Anbautenauf den beiden Seiten und auf der Südseite wurde die Hälfte der Überdachung später verkleinert, um mehr Platz im Erdgeschoss zu schaffen. Zur damaligen Zeit war die Bahnanlage durch einen Gitterzaun und Speere gesichert. Der Zaun ist noch heute vorhanden, die Sperre nur bis Mitte der sechziger Jahre.

 

Die beiden Stellwerke wurden erst nach 1910 gebaut. Das alte Stellwerk vor dem iht Gebäude wurde ab1920 als Signalwerkstatt genutzt.

 

Um 1900 erfolgten im gesamten Bahnhofsbereich Gleiserweiterungen, welchen umfangreiche Erdbewegungen vorangingen, denn das zwischen dem Bahnhof und dem heutigen Tanneberg befindliche Terrain lag wesentlich niedriger als die Gleisanlagen. Die dortigen Wiesen wurden mit Erde aufgefüllt werden, welche westlich des Bahnhofs, unterhalb des heutigen AWG Viertels abgetragen wurde.

 

1901 erfolgte die Fertigstellung der drei Gleise zum Gebhardtweg um die Flächen zum Verladen von Zuckerrüben  und anderen Gütern  zu erweitern.

 

1904 erfolgte der Abriss des alten Güterschuppen. Der an seiner Stelle enstandene Güterboden konnte bis heute erhalten werden.

 

 Der Bau der Eisenbahnstrecke nach KLütz, zog auch bauliche Veränderungen des Bahnhofgebäudes und den Bau eines Wasserturms nach sich. Dieser entstand 1907 zwischen den Gleisanlagen und der Jahnstraße und war für die Versorgung der Dampflokomotiven der Klützer Eisenbahn nötig.

 

Von 1917 bis 1923 erfolgte der erneute Ausbau der Gleisanlagen. Die beiden Stellwerke wurden weiter nach aussen verlegt und für die Abfertigung der Klützer Eisenbahn enstand ein eigener Schienenstrang.

 

1920 erfolgte der Tunnelbau nach Plänen aus dem Jahre 1916, um den Fahrgästen einen gefahrlosen Übergang vom Bahnhof zu den Bahngleisen und umgekerht zu ermöglichen. Die Überdachungen für die beiden Tunnelseiten wurden 1998 saniert. Als Fachwerkbauten waren sie wieder sehenswert, während der Tunnel sich in den folgenden Jahren in einem erbärmlichen Zustand befand und daraufhin  im April 2001 einen neuen Farbanstrich erhielt.

 

Der Vorplatz vor dem Bahnhofsgebäude enstand erst 1904, im Zusammenhang mit der Straßenbauerweiterung zum Güterbahnhof . Ein Jahr später erfolgte die Pflasterung des Platzes und seit 1934 befindet sich auf der Mitte des Platzes eine Insel mit einem aus Ziegelsteinen gemauerten  Postment, oben drauf eine Uhr mit vier Zifferblättern... hier ist genau buchstäblich die Zeit stehengeblieben...