Das Bahnhofsgebäude

Das Bahnhofsgebäude war bis 1960 eines der größten Häuser Grevesmühlens.

Im rechten Gebäudeteil erfolgte die Abwicklung aller bahntechnischen Anforderungen für den Eisenbahnbetrieb wie:

 

 

  • Fahrkartenverkauf und Auskunft
  • Gepäckannahme
  • Gepäckabfertigung

 

 

 

Im linken Gebäudeteil befand sich die Bahnhofsgaststätte, welche in 2. und 3.Klasse unterteilt war. Eine erste Klasse gab es nicht, aber dennoch prominente Gäste wie den Mecklenburgischen Großherzog Friedrich Franz, welcher gern mit der Eisenbahn eintraf, um im Everstorfer Forst anschließen auf Jagd zu gehen. So entstand bis Ende 1918 das sogenannte Fürstenzimmer im östlichen erkerartigen Anbau . Der Zugang erfolgte über den Wartesaal der 2.Klasse.

 

1934 warb die damalige Bahnhofswirtin mit folgenden Worten für ihre Gaststätte:

 

" Geschmackvolle Räume. Angenehmer Aufenthalt. Vorzügliche Küche. Gut gepflegte Biere."

 

Von diesem Niveau konnten die Gäste in den folgenden Jahrzehnten nur noch träumen. Ab  Mitte der fünfziger Jahre wurde diese Gaststätte von der Handelsorganisation  (HO) als Bahnhofsgaststätte bewirtschaftet.

 

 

Die beiden Obergeschosse dienten jahrzehntelang Reichsbahnangestellten als Wohnung. Für alle Bewohner des Hauses galt die Postalische Adresse: "Am Bahnhof 1".

 

 

Um 1900  entstand links vom Bahnhofsgebäuder für die Bewohner ein separates Wirtschaftgebäude. Jede Wohneinheit erhielt jeweils einen Stall für eine Ziege und ein Schwein, sowie eine eigene Dunggrube. Eine Wasch- sowie eine Badestube mußten die Bewohner des Bahnhofs  gemeinschaftlich nutzen. Im vorderen Gebäudeteil logierten die Angestellten des "KLützer Kaffebrenner". Nach einigen baulichen Veränderungen erfolgte in den folgenden Jahrzehnten eine Umnutzung des  Wirtschaftgebäudes als Wohnhaus.